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September
Zum Start kommen Sabine Egger als Leitung und Martina Kellerer (Kinderpflegerin) zu Bärbel und den Waldmäusen. Im neuen Kindergartenjahr nehmen wir 6 neue Kinder auf, 5 ehemalige Waldspielmäuse.
Das gegenseitige Kennenlernen beginnt. Die Regeln der Gruppe und der strukturierte immer wieder kehrende Tagesablauf hilft den Kindern bei der Eingewöhnung.
Ein wichtiger Bestandteil ist der Morgenkreis. Die erste Zeit singen wir unser bekanntes „Hallo, Hallo, wir winken mit den Händen“ Lied. Mit einem „Guten-Morgen-Lied“ wird jedes einzelne Kind begrüßt. (Wir lernen die Namen.)
Um festzustellen, wie viele Kinder anwesend sind und wie viele fehlen verwenden wir z. B. Nüsse als „Stellvertreter“, „Platzhalter“ für die ganze Menge aller Kinder (abstraktes Denken).
Täglich gibt es Übungen aus dem mathematischen Bereich: Zählen, Zahlenmengen erfassen, Ordnen. Wir rechnen „Plus“, „Minus“ und wir dividieren sogar.
Das aktuelle Wetter des Tages darf ein Kind auf unserer Wettertafel legen. Das geschieht durch unterschiedliche Farben und Stoffe.
Für die Wochentage gestalten wir mit den Kindern einen extra Wochen-Kalender, der die Tage bebildert darstellt.
Beim Freispiel, bei angeleiteten Gruppenspielen und gemeinsamen Rederunden bieten sich vielerlei Möglichkeiten, in der Gemeinschaft zu wachsen.
Viele Geburtstage sind schon zu feiern. Hierfür üben wir unser neues Geburtstagslied mit Gitarrenbegleitung und wir führen den Jahreskreis (in Anlehnung an Maria Montessori) ein. Mit kleinen Ritualen begehen wir diesen ganz besonderen Tag eines Kindes: z.B. die Wunschrunde, das Teilen des Geburtstagskuchens, die Geschenksuche.
Zahlen und Ziffern sind jetzt interessant. Die Kinder schreiben mit Stecken Zahlen in den Sand und ordnen entsprechende Mengen dazu.
Dem Klang einer Gitarre zu folgen, ist schon ein Erlebnis. Beim Wunsch-Konzert mit Bärbel kommt Freude am Singen auf! Lieder unterstützen unterschiedliche Themenbereiche, sie vermitteln Inhalte und bilden Wortschatz und Sprache.
Bei schönem Wetter malen und schreiben wir noch einen Brief an unsere kranke Waldmaus im Krankenhaus. Wir freuen uns über die prompte Antwort.
Die Blätter an den Bäumen färben sich und fallen! Wir basteln Herbstgirlanden aus Blättern und Kastanien. Das Erleben der Veränderungen in der Natur ist ein wichtiger Punkt im Waldkindergarten. Kinder fragen nach und wollen Zusammenhänge erschließen. Wir beobachteten nicht nur die sehr aktiven Eichhörnchen, sondern werden im Gemeinschaftsspiel selbst zu Eichhörnchen, die Nüsse verstecken und suchen.
Unser Pflanzprojekt zeigt noch seine letzten Früchte. Wir ernten Kartoffeln und Bohnen. Anschließend wird es noch einmal umgegraben und im Frühjahr darf es nach Zusage der „Herberge“ auch wieder weiter gehen!
Oktober
Das Thema Erntedank ist vielseitig aufzugreifen: Mais, Kartoffeln, unterschiedliche Getreidesorten, Stroh und Karotten dienen im Morgenkreis zum Zählen.
Großzügig werden wir von den „Herbergsleuten“ mit Äpfeln beschenkt, einen Teil ihrer Apfelernte. Diese Freude wollen wir zurückschenken und backen zusammen einen Apfelstrudel, der anschließend geteilt wird.
In den Vorbereitungen für unser Erntedank-Fest unterhalten wir uns darüber, was uns die Erde alles gibt und dass wir sie schützen müssen. Bei unserer Erntedankfeier legen wir dann zum Lied „Seht, was wir geerntet haben“ unsere mitgebrachte Ernte (Gemüse, Blumen und Obst) in unser Ernte-Rad. Dieses liegt als Zeichen für die Arbeit der Bauern in unsere Mitte. Wir freuen uns an der Vielfalt. Unsere Spürnasen verarbeiten auch noch mit Martina das leckere Gemüse zu einer äußerst schmackhaften Suppe. Dankbarkeit und Wertschätzung beim Essen sind Erziehungsziele.
Freitags freuen wir uns auf Zsolts Besuch. Sein „Musikprogramm“ stellt viele Möglichkeiten frei, Rhythmus nachzuempfinden, aufeinander zu hören, sich gegenseitig mitzuteilen, Gefühle zu erleben und sich (musikalisch) zu äußern.
Im Hinblick auf das Fest „St. Martin“ stellen wir fest, dass jeder mit seinem Namen etwas ganz Besonderes ist. Über Martin, einen besonderen Mann, erzählen wir uns noch heute. So hören wir die Legende von der Mantelteilung. Das Märchen vom Sterntaler und die Geschichte von Lumina berichten uns auch vom Teilen. Diese Vorbilder richten unseren Blick auf bedürftige Mitmenschen.
Für den Laternenumzug fertigen wir Laternen mit der Blätter-Druck- und Spritztechnik. Die Kinder gestalten ihr Transparentpapier ganz individuell.
November
Stolz tragen die Kinder ihre Laternen am 11.11. durch die Straßen und singen die bekannten „Martins-Schlager“. Traditionell findet das Spiel der Mantelteilung statt. Nach St. Martins Vorbild teilen wir unser Gebäck mit den Waldspielmäusen und allen Eltern. Teilen ist schließlich eine bedeutende Übung im großen Lernfeld „soziale Kompetenz“.
Wir wollten auch anderen etwas geben und schenken. Deshalb stellen wir den Kindern und Eltern die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ vor, mit dem hilfsbedürftige Kinder in Osteuropa und Afrika zu Weihnachten mit nützlichen und erfreulichen Dingen beschenkt werden. Die Unterstützung der Eltern ist außerordentlich und die Freude an der Abgabe- und Sammelstelle sehr groß.
Wir haben es uns zum Thema gemacht, unsere Gruppen Regeln bewusst zu machen. Regeln, die unser Miteinander ordnen. wir wollen sie erarbeiten und aufschreiben.
Der Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tages-Einrichtungen bis zur Einschulung schreibt von Kompetenzen zum Handeln Im sozialen Kontext:
- Beziehungen zu Erwachsenen und Kindern aufbauen
- Empathie leben und Perspektivenübernahme üben
- Kommunikationsfähigkeit erweitern
- Kooperationsfähigkeit zeigen
- Konflikte (gewaltlos) lösen Grenzen anderer achten
„ … komm wir wollen freundlich zueinander sein … “ heißt es in unserem neuen Lied.
Das Wetter meint es erneut gut mit uns und wir können Sägen, Raspeln und Schleifpapier nutzen und üben wiederum das Einhalten von sozialen Regeln:
Kinder leihen sich Werkzeuge aus – evtl. müssen sie warten.
Der Arbeitsplatz muss abgesichert sein. Andere Kinder dürfen nicht in der Nähe Fangen spielen.
Eine entsprechende Anleitung für das Werken ist wichtig, denn Handhabung und Arbeitsweise der mitgeführten Werkzeuge unterscheiden sich.
Die Kinder arbeiten voll Tatendrang, Freude und äußerst konzentriert mit den Werkzeugen. |
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Dezember
Im Dezember treffen wir uns gleich morgens im geheizten Speisewagen zum Beisammensein um unseren Adventskranz. Das Tageslicht reicht noch nicht aus, den Raum auszuleuchten! Kerzen, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, helfen uns dabei.
Die ersten Kinder, die ankommen, basteln, werken, lesen Bilderbücher oder malen.
Mit Liedern und Geschichten stimmen wir uns auf das Weihnachtsfest ein. Warten will gelernt sein! Eine kleine Spieluhr (als „Stille-Übung“) hilft uns dabei, die besondere Spannung vor Weihnachten auszuhalten.
Der Nikolaus vergisst die Waldmäuse nicht und am Märchenplatz hinterlässt er einen Sack voller Geschenk-Socken. Die Kinder hören vom Leben des "Bischof Nikolaus" und spielen die Legende vom Getreidewunder mit einem Holzschiffchen in der großen Pfütze nach.
Auf eine Tapetenrolle malen wir mit all unseren hellen Ölkreiden ganz viele unterschiedliche Sterne. Als wir mit dunklen Wasserfarben darüberwischen, fangen die Sterne erst zu leuchten an; die Ölfarbe verdrängt die blaue Wasserfarbe!
Wir hören zwei Weihnachts-Geschichten, erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen die Beschreibung aus Menschensicht, nämlich so, wie uns dieses Ereignis über 2000 Jahre überliefert wird;
und zum anderen aus der Sicht einer Maus, die sogar einen starken Bären aus dem Winterschlaf weckt, um sich auf den Weg zur Krippe zu machen.
Alle gesammelten Eindrücke, die die Kinder zur Krippe bringen wollen, finden eine Form, als wir gemeinsam eine bunte Krippe als Knetmasse zusammenstellen. Natürlich finden sich auch viele Tiere darunter. Die Krippe ist wind-, schnee- und regenbeständig. Sie hat ihren Platz im Freien. Eine große Wurzel und Moos bilden die Kulisse. Darüber hängen wir den "Stern von Bethlehem", ein großer, golden glänzender Stern mit Schweif auf dunkelblauem Nachthimmel. Dieses Sternbild leuchtet für uns auf dem Weg bis Weihnachten.
Diesen Weg wollen wir gehen, wie im diesjährigen „Weihnachts-Lieblings-Hit“
Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg…Jeden Tag legt ein anderes Kind seinen Stein an den vorigen, bis am Ende 24 beschriftete Wegsteine zur Krippe führen.
Der gewundene, lange Weg wird mit der Größe Zeit in Verbindung gebracht, die Zeitspanne von 24 Tagen bis zum Fest. Der Adventkalender stellt eine besondere Art der Zeitrechnung dar, die jedes Kind auch von zuhause kennt Mit dem „Spiel um die goldene Nuss“ wird derjenige bestimmt, der in unser nummeriertes Kalender-Säckchen greifen darf. Wer die goldene Nuss schon einmal gezogen hat, kann ja trotzdem gespannt am Spielverlauf teilnehmen!
Die Kinder gestalten „kindergroße“ Krippenfiguren aus Schnee – leider halten diese den milden Temperaturen und dem Regen nicht bis zum Fest stand.
Am Laubplatz schmücken wir einen Christbaum, der über die Ferienzeit für Waldbesucher und Waldtiere noch stehen soll. Zu unserer WALDWEIHNACHT am letzten Kindergartentag laden wir die Eltern als Zuschauer für unser einfaches Singspiel ein - eine „lebendige“ Krippe. Zum (wärmenden) warmen Buffet, das von unseren Eltern angerichtet wird, legen die Waldmäuse einen großen, selbstgebackenen Stern aus Mürbteig, so groß wie ein Backblech!.
Wir lernen, dass Weihnachten ein Fest mit sehr vielen Symbolen ist, die es zu deuten gibt. Unsere Aufgabe besteht darin, die verschiedenen Zeichen zu hinterfragen diese mit Sinn zu belegen:
- Warum basteln wir Sterne, Sterne aus Stroh?
- Warum schmücken wir mit grünen Zweigen?
- Warum schenken wir? Was macht Freude?)
Mit vielen Bräuchen und Ritualen fördern wir das abstrakte Denken. Wir suchen für komplexe Zusammenhänge und Beziehungen Zeichen und Formen.
- Die Naturwissenschaften setzen verbindliche Zeichen voraus. (plus und minus)
- Die Schriftkultur ist abstraktes Denken an sich. (Buchstaben oder Schriftzeichen)
- Auch die Sprache der Kunst ist mit abstraktem Denken zu entschlüsseln.
Feste feiern ist also weit mehr als das oberflächliche Gestalten von Dekorationsartikeln und das Wiederholen schöner Erinnerungen „für das Gemüt“.
Im Grunde ist das Bestreben zu erkennen, wie Menschen immer wieder Gedanken und Erkenntnisse strukturieren und in Zeichen umwandeln.
Januar und Februar
Im Januar findet der Morgenkreis wieder im Freien zwischen Bau- und Speisewagen statt.
Neu ist, dass wir die Tage des neuen Jahres zählen. Für jeden Tag im Januar fädeln wir eine weiße Perle auf eine Leine. Die Februartage erhalten eine andere Farbe. Natürlich denken wir auch alle Wochenendtage, sodass am Jahresende ein Kreis mit 366 Perlen zu schließen ist. Diese Kette wird dann zum bekannten Geburtstags- und Jahreszeitenkreis passen.
Zusammen mit den Wochentagen am Bauwagen dient uns die Perlenkette als Kalender und wir können durch Zählen das Datum des Tages ablesen (z.B. Montag, der 8. Februar im Jahr 2010).
Anstatt der „Wetter-Lege-Aktion“ lesen wir nun täglich das Thermometer. Auf einer extra Tafel mit Skala und Holzkugeln halten wir die aktuelle Morgenkreis-Temperatur fest.
Dabei soll in einer Handlung sichtbar gemacht werden, wie wir beim Lesen des Thermometers vorgehen.
Wir lernen die Null kennen – unsere Null hat oben ein Häkchen.
Wir wissen, was „über Null“ ist und wo „unter Null“ ist.
Die Striche am Thermometer nennen wir Grad.
Ein Kind hat dann sogar das Koordinatensystem eingeführt und Plus- und Minusgrade erklärt!
Der Märchenplatz gibt uns das Motto für die Faschingszeit.
Gemeinsam bauen wir ein niedriges Tor aus toten Zweigen zwischen zwei Bäumen und schmücken es passend in die Winterlandschaft.
Alle, auch der Märchenerzähler, muss durch das Märchentor schlüpfen, um ins Märchenland zu gelangen. Als Erinnerung an die gelesenen Märchen hängen wir einzelne Gegenstände in das Tor: der goldene Schlüssel, einen Ring, ein Fuchspelzchen, ein Hasenfellstück, ein paar Rosen, ein Haspelchen, ein Spinnrädchen….
Natürlich führen uns die Märchen auch in eine längst vergangene Zeit. Manche Gegenstände sind uns fremd, so suchen wir am Spinnrad nach Dornröschens Spindel und außerdem wissen wir auch nun, wofür man eine Haspel (aus dem Märchen Allerleirauh) braucht.
Dass in den Märchen viel von „Wünschen“ die Rede ist, ist der heutigen Zeit ja nicht fern. Zum Geburtstag wünschen wir uns nämlich allerhand mögliches und unmögliches.
Die Sprache der Märchen ist wohl „altmodisch“ und wirkt fremd. Die Ausdrucksweisen entsprechen nicht der heutigen Zeit, die Zeit der knappen Emails und der SMS.
Aber - das Textverständnis wird durch umständliche Beschreibungen nicht gestört. Wir werden zwar nicht zur alten Erzählart zurückkehren, aber die Vielfalt unserer Sprache lernen wir schätzen. So können wir bereits im Kindergarten ein Türchen zur klassischen, „großen“ Literatur öffnen. Nicht ohne Grund wird vom Staatsministerium im März und April der Literacy-Monat ausgerufen (siehe Aushang). Märchen stehen vorne dran.
Verschiedene Märchen hören, Märchen nachspielen, die Spürnasen studieren ein eigenes Märchen ein, über Märchen sprechen, sich als Märchenfigur verkleiden…
Am Rosenmontag gibt es viele Spiele - vom Süßen Brei und von Hans im Glück bis zum Dornröschenschlaf.
Am Faschingsdienstag verwöhnen uns die Eltern mit einem märchenhaften Tischlein-deck-dich-Buffet: Aschenputtels Linsen, Rapunzels Salat, Frau Holles Überraschungsbrot, der süße Brei, die Kekse und Brezeln vom Hexenhaus… Als Abschluss hören wir das Märchen vom Schlaraffenland.
Märchen sollen eigene Bilder in uns festsetzen. Ungeachtet der Regel, Märchen sollen erzählt werden und niemals illustriert, bitten wir unsere Eltern um ein Märchen-Theater. Eine überragende und schauspielerisch äußerst überzeugende Aufführung des „Rumpelstilzchens“ erleben wir am Faschingsdienstag vor den Kulissen der Bauwägen.
Am Aschermittwoch wird der Fasching im Ofen verbrannt. Alle können zusehen, wie die Luftschlangen zu Asche werden.
Mit dem Januar begleiten uns Kälte und Schnee im Wald. Entsprechend gestalten sich unsere Aktivitäten:
- Schlittenfahren im Ortspark,
- Poporutscher-Ziel-Fahren in der Sandspirale - (wie bremse ich, wie steuere ich durch ein Tor?),
- Durch den Tief-Schnee stapfen,
- (Tier-)Spuren im Schnee lesen,
- Wege frei schaufeln,
- über Eisflächen schlittern,
- einen Schatz im Schnee entdecken - (Schnee schmilzt in der Glas-Schüssel über der Heizung,
- Experimente mit Wasser bzw. Eis – (eine Kissenhülle aus Baumwolle wird mit Schnee gefüllt, und ausgeschüttelt, wieder gefüllt. Über Nacht friert der Stoff ganz fest und dient nunmehr als Wurf-Ziel für Schneebälle.
- Burgen, Mauern, Türme, Schanzen bauen (Mathematik im und mit Schnee: Kugeln, Bälle, Kegel, Zylinder, Quader formen),
- Brotzeit bei großer Kälte im Speisewagen,
- Die Waldmäuse bitten alle Gäste am Tag der offenen Tür zu Tisch (ausschließlich natürliche Zutaten wie Steine und Moose, Blätter und Äste in Eis),
- Eine Eis-Kunst-Ausstellung entsteht ebenfalls zum Tag der offenen Tür.
Vielen Dank an alle, die den Tag der offenen Tür als Fest der Waldmäuse-Familien mit großer Gastfreundschaft gelingen lassen. Die Waldmäuse erleben sich als Gastgeber und teilen an diesem Nachmittag „ihre Sandspirale“ mit anderen Kindern.
Eine Fülle an Aktivitäten entwickeln die Kinder selbst.
Gezielte Angebote setzen Akzente und Anreize: unterschiedliche Materialien und Gegenstände, Geschichten und Märchen, Lieder und Versuche. Im gemeinsamen Erleben des Tagesablaufs und in der Selbst-Tätigkeit wurzelt die ganzheitliche Förderung (mit Kopf, Herz und Hand). In aufeinander aufbauenden kleinen Schritten und Wiederholungsmöglichkeiten erfahren die Kinder Antworten auf Fragen ihres Umfeldes.
Vor allen kognitiven, kreativen oder körperlichen Bildungsangeboten soll im Kindergarten die Persönlichkeitsbildung in der Gemeinschaft stehen. Erst ein emotional und sozial starkes Kind kann die Vielfalt unserer Angebote ausschöpfen:
- Um unterschiedliche Naturerfahrungen zu machen (Umwelterleben und Versuche durchführen), muss ich abwarten können, um mit anderen Kindern im Team zu arbeiten.
- Um meinen Körper kennen zu lernen und zu stärken (Geschicklichkeit und Ausdauer), muss ich auch auf andere Kinder achten.
- Um meine sprachlichen Fertigkeiten zu erweitern (Geschichten verstehen, Lieder singen, Reime finden, Konflikte lösen, Erlebnisse schildern, Bedürfnisse äußern), muss ich anderen zuhören, mich in andere Personen hineinversetzten.
Film und die Figuren der Geschichte „Paula und den Kistenkobolde“ unterstützen unser Bemühen für gewaltfreie Konfliktlösungen und für eine gesunde soziale und emotionale Entwicklung der Kinder.
Die Kobolde stellen Gefühle bildhaft dar, wir können sie anschauen. So können wir Gefühle leichter annehmen, sie benennen und sie angemessen leben.
Danke an Ingrid, die Initiatorin der Aktion Papilio! Nach dem Waldmauskino in den Räumen der Piratenmäuse führen wir eine Reihe von Gesprächen zum Thema Wut, Freude, Angst und Traurigkeit. Woher kommen Gefühle, wie gehe ich damit um, wer kann mir helfen, kann ich jemandem helfen?
Das Entwickeln Unserer „Goldenen Regeln“ hat sich über die Monate Oktober, November und Dezember erstreckt. Schließlich unterzeichnen erst im Januar alle Kinder per Fingerabdruck unseren Vertrag. In einer flachen Holz-Kiste bewahren wir Kärtchen mit Bild-Zeichen auf. Sie stehen jeweils für eine Regel des Vertrags. Natürlich führen wir sie im Bollerwagen mit. Damit kann – wenn notwendig – das Kind gutes oder unpassendes Verhalten über das Piktogramm spiegeln. Im Tun (Aussuchen und Legen der Kärtchen) reflektiert das Kind sein Verhalten.
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März bis Mai
Am 1. März blicken wir zurück, wir erinnern uns an das Wetter, die Temperaturen, die Aktionen, die Natur, den Wald und mischen eine passende Farbe für den Monat Februar: Wir bemalen die aufgefädelten Holzperlen der Jahreskette. Der „hellblaue Februar“ erhält noch eine 29ste goldene Perle – eine besondere, denn sie wird nicht jedes Jahr mitgezählt.
„Immer wieder kommt ein neuer Frühling, immer wieder kommt ein neuer März.“ … singen wir in einem neuen Lied.
Mit Fingerspielen und Gedichten wie
- „das Schneeglöckchen“ und
- „Schaut ein Köspchen aus der Erde, ob es nicht bald Frühling werde“
erwarten wir das frische Frühjahrs-Grün.
Der Bilderbuch-Klassiker „Neues von den Wurzelkindern“ lenkt unsere Aufmerksamkeit in das Erdreich: Was geschieht mit der noch schlafenden Zwiebel, was passiert mit einem Samenkind?
Leider gibt uns der Frühling nur ein kurzes Gastspiel und der Winter kehrt mit Schnee und Kälte zurück. Wir tauchen Stoff in Wasser und über Nacht friert die Form hart – einmal Schale, einmal Kuppel.
Zsolt singt und spielt mit uns das traurige Lied in Moll vom Schneemann.
Dieser schaut anfangs noch ganz stolz, dann hält er den Kopf schief, verliert den Besen und schließlich bleibt nur noch ein Häufchen Schnee… bis die Krähe kommt.
Egon (Bärbels Handpuppe) stellt sich vor: Igel Egon hat in einem Laubhaufen unter dem Speisewagen geruht und besucht uns immer wieder im Morgenkreis. So erfahren die Kinder einiges über den Igel und seinen Freund, den Maulwurf.
(Allen Kindern ist klar, dass Bärbel der Figur die Stimme gibt. Doch wenn sich Egon ganz direkt mit einer Frage an ein Kind wendet, denkt niemand an ein Spiel. Klar, Egon „lebt“.)
Dann ist es aber endlich Zeit, den Christbaum am Laubplatz abzuschmücken und wir erinnern uns an die Krippe.
In den folgenden Wochen sprechen wir über Jesus als Kind, z.B. ist er einmal von seinen Eltern weggelaufen. Ein Bilderbuch zeichnet uns das Umfeld dieser Geschichten zwischen Weihnachten und Ostern auf: Städte und Dörfer vor 2000 Jahren, Häuser mit Dachterrassen, Palmen, Familienleben, Haushalt, Essen, Weben, Münzen, Kleider…
Für die Osternester sägen wir Baumscheiben. Mit der großen Bügelsäge arbeiten wir immer zu zweit. Das macht Spaß, denn die scharfen Zähne des Sägeblattes arbeiten sich sehr schnell durch das Holz. Zudem ist es eine gute Übung, bei der man sich aufeinander einzustellen hat. „Bohren mit dem Handbohrer“ ist der nächste Arbeitsgang. Für das Flechten und Weben mit Garnen entwickeln die Kinder unterschiedliche Techniken, so dass ganz individuelle Körbchen entstehen.
Wir lesen Geschichten über Osterhasen und Ostereier:
- Früher sollen alle Ostereier weiß gewesen sein! Erst als Ostern einmal Schnee liegt, werden die Eier in Farbe getaucht, damit man sie auch wieder findet.
- „Das kleine Häschen Fuffu“ erfreut sich bei den Kindern sehr großer Beliebtheit. Das Häschen im gespielten Lied „benimmt“ sich nicht. Eine Fee warnt das Häschen mehrmals, doch immer wieder kann es sich nicht benehmen, bis es am Ende in ein goldenes Ei verwandelt wird. Wir denken, dass sich die Kinder in Fuffu wiedererkennen und sehr genau wissen, was es heißt, sich im guten Sinn zu benehmen – obwohl dieses Erziehungsziel so nicht mehr ausdrücklich formuliert wird.
Unser Ausflug zur Taschenphilharmonie steht an und wir unterhalten uns über Musik, Musikinstrumente und das Zusammenspiel verschiedener Instrumente. Was macht ein Dirigent und was der Komponist? Was ist ein Konzert?
Bei unserem „Orchesterspiel“ suchen wir erst einen Ratenden, und vergeben dann die Rolle des Dirigenten und seiner Orchestermusiker geheim. Pantomimisch spielt der Dirigent nacheinander verschiedene Orchesterinstrumente – das Orchester macht ihm diese Bewegungen immer nach.
Für den Ratenden ist es gar nicht so leicht, den „tonangebenden“ Dirigenten ausfindig zu machen.
Wir sehen ein Portrait des Komponisten Robert Schumann, aber kein Foto…
In den „Kinderszenen“ vertont Schumann Szenen seiner Kindheit. Wir erfahren, dass uns seine Musik Geschichten erzählt, wenn wir genau zuhören. Bei der Aufführung übersetzt ein Erzähler die Klänge in unsere Worte und beschreibt das Geschehen in Abschnitten.
Zur Vorbereitung der Gartensaison säen wir Kresse an; natürlich wissen wir alle, unter welchen Bedingungen die Samen keimen und heranwachsen. Als richtige Forscher haben wir aber mehrere Versuchsschalen beobachtet:
- Mit Licht und mit Wasser
- Ohne Licht (zugedeckt) - anfangs ohne Wasser
- Ohne Wasser (ohne Gießen)
Die Kresse für das Osterfrühstück konnten wir schließlich noch rechtzeitig ernten.
In der letzten Woche vor Ostern gibt es Aktionen und Versuche „rund um das Ei“:
- Wir unterscheiden rohe von gekochten Eiern, ohne sie anzupicken.
- Wir bringen ein geschältes, gekochtes Ei in eine Milchflasche aus Glas – und auch wieder heraus.
Bei allen Experimenten bringen die Kinder ihr Wissen, ihre Vermutungen und Erklärungen mit ein: Erfahrungen mit Temperatur, mit Aggregatzuständen, mit verschiedenen Stoffen werden in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen gesammelt. Um etwas zu lernen, muss nicht immer eine „Versuchsanordnung“ aufgebaut sein; Kinder lernen beim Kochen oder Backen - ganzheitlich. So backen wir unser Osterlamm auch selbst.
Die Ostereier für die Nester entstehen in Batik-Technik - mit der Farbe aus Zwiebelschalen. Butter lässt die Unikate schön glänzen.
Am Gründonnerstag feiern wir das Osterfest und erinnern uns dabei an den Erwachsenen Jesus, der mit seinen Freunden ein letztes mal zusammen isst. Wir teilen unser Oster-Fladenbrot und sitzen um eine reich gedeckte „Tafel“ am Boden. Eine neue Kerze leuchtet uns.
Zu Besuch in der Bücherei machen wir es uns als einzige Gäste ganz gemütlich. Wir ziehen unsere dicken Stiefel aus und jeder findet ein Plätzchen in der Wohnlandschaft der Kinderabteilung. Wir hören der Frau beim Vorlesen sehr aufmerksam zu und beantworten ihre Fragen zu einzelnen Bildern.
„Drei Freunde“ und
„Der Regenbogenfisch“ sollen uns Beispiele werden, wie wir gut miteinander umgehen.
Seit dem Besuch des „Bauhofs Unterhaching“ wissen wir, welch wichtige Aufgaben die Gemeinde für ihre Bürger übernimmt:
Die Schultreppe wird geschweißt,
die Grünanlagen gepflegt,
die Weihnachtsmarkt-Buden gelagert,
die liegengebliebenen Abfälle eingesammelt,
die Streusalzmenge für den Winter berechnet….
Wir sind äußerst beeindruckt von den einzelnen Werkstätten und den großen Fahrzeugen. Die Baggerfahrer von morgen dürfen schon mal an das Steuer und Herr Tränkler erklärt geduldig die Hebel und Knöpfe.
Zsolt wird schweren Herzens verabschiedet und wir kleben auf die Abschiedskarte sich bewegende Hände, die ihm „Ciao, Ciao, Ciao, Ciao….“ winken und singen.
Horst aus der Herberge feiert seinen 70. Geburtstag. Als Bild auf die Glückwunschkarte malen wir eine Baumscheibe und zählen 70 Jahresringe um den Kern! Das ist eine beachtliche Zahl und die Ringe nehmen sehr viel Raum ein. Die Kinder entdecken beim Aufwärtszählen bis zur jeweils nächsten Zehnerzahl ein System – unser Zählsystem.
Nach den Osterferien geht es mit unseren Werkzeugen aus Tasche und Koffer in ein neues Material: Gasbeton. Dieser ist wirklich sehr leicht zu bearbeiten und über die Löcher und Rillen wird gerne Wasser gegossen. Welchen Weg nimmt das Wasser?
Sogar sägen kann man diesen Stein. Auch die kleinen abfallenden Brocken werden verwendet. Das Steinmehl wollen wir nicht im Wald zurücklassen, deshalb arbeiten wir auf einem Bettlaken als Unterlage.
Alle kunstvoll bearbeiteten Steine werden zu einem Turm aufeinander gerichtet. Vielleicht ist dies die erste Säule eines für die Zukunft bedeutenden Bau-Stils, dessen Namen noch zu prägen wäre. Zugegeben, die Tragfähigkeit ist noch nicht sehr hoch.
Mit Gartenwerkzeugen rücken wir in der Herberge an und „richten“ die Beete. Bei den Arbeitsgängen „Unkraut zupfen“ und „Umgraben“ erhalten wir direkten Einblick in den Lebensraum im Erdreich: Käfer, Würmer, Steine, Lehm, Wurzelwerk, Larven… Ab jetzt wollen wir Einfluss nehmen, was dort wachsen soll!
Am Tulpenbeet beim Bauwagen säen wir Eiszapfen, Radieschen und Karotten an. Das Kartoffelbeet wird jetzt neu vor dem Speisewagen angelegt. Viele Steine werden entfernt, damit die frischen Triebe der Saatkartoffeln leichter den Weg nach oben finden.
Aus aktuellem Anlass – der Vulkanausbruch auf Island – bereitet Waltraud für die Waldmäuse eine Reihe von spannenden Versuchen vor. Dabei werden Explosionen nachgestellt. Am besten gefällt der Vulkan „auf der Schuhschachtel“: Dafür ist ein Karton mit Klebestreifen abzudichten und zwei Löcher anzubringen. Die Kinder blasen mit einem Röhrchen in die Schachtel und unter einem Berg aus Mehl und dunklem Vulkanstaub nimmt der austretende Luftstrom das Mehl und die Asche mit nach oben. Wir wiederholen den Ausbruch viele Male. Als dann noch ein Wind über unseren Vulkan zieht, können wir uns gut vorstellen, wie das mit der Flugasche so ist.
Wir lernen einige neue Wörter kennen (Magma, Lava, Krater…) und dürfen echte Vulkansteine anfassen und schwimmen lassen.
Die Farbe für die März-Perlen hat noch einigen hohen Anteil an Weiß, während das Grün im April schon ein leuchtendes ist.
An jedem warmen und einigermaßen trockenen Tag steht das Schaukeln in der Hängematte hoch im Kurs.
Der verregnete Mai lockt auch die Schnecken an unsere Beete mit Kohlrabi, Salaten, Bohnen, Erbsen, Blumenkohl, Petersilie, Sellerie, „Süßstoff“, Gurken, Kartoffeln Kapuzinerkresse, Kürbis, rotem Sauerampfer und fünf verschiedenen Tomatensorten. Die erste Pflanzung wird bis zur Hälfte von den Tierchen ohne Häuschen verspeist, sodass wir fleißig nachsetzen – jetzt auch Knoblauch und Lauch.
Die Tomaten bekommen gleich ihren Schutz. Weil wir wissen, dass die Tomatenpflanze Gieß- und Regenwasser von oben nicht „mag“, baut uns Peter ein Gewächs-Haus. Aus der „Süßstoff-Pflanze“ wird anderswo tatsächlich Süßstoff hergestellt. Leider wachsen bei unserem Pflänzchen nicht so viele Blätter nach. Wir bedienen uns nämlich immer wieder im Vorbeigehen, so dass nicht einmal den Schnecken viel übrig bleibt.
Wir probieren bereits eine Vielfalt an Geschmacksrichtungen: Süß, sauer, scharf oder mild. Es ist ein außergewöhnliches Sinneserlebnis, Schnittlauch pur zu essen, die Kapuzinerkresse als Blüte zu kosten, den Süßstoff aus einem Blatt herauszuschmecken und den natürlich leicht saueren Geschmack des Sauerampfers auf der Zunge zu haben. (nicht vergleichbar mit einem wohl abgestimmten Menü am Mittagstisch – Gärtners Freuden!). |











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Juni und Juli
Unsere Jahreskette wird stetig länger. Bald sind wir bei der Mitte des Jahres 2010 angekommen. Die Farben des Sommers sind dann ein helles Gelb-Orange und ein kräftiges Orange (als Gedankenverknüpfung zu den heißen Temperaturen).
Wir besuchen das Kindertheater „Kleiner Tiger, ich mach Dich gesund.“
Zur Einstimmung stellen wir im Kindergarten schon mal die Figuren und Hauptakteure vor und sehen uns dazu den „Janosch-Kinderatlas“ an. (Heute regnet es wie aus Eimern und für zwei Stunden machen wir es uns im Speisewagen mit Buchbetrachtung und Malen so angenehm wie möglich.)
Die Ferien-Vorstellung war nicht restlos ausverkauft sodass die Waldmäuse auf besten Plätzen sitzen können und wir dem Stück ganz aufmerksam folgen können. Die Geschichte erzählt davon, wie liebevoll sich der Bär um seinen Tiger kümmert. Jedes Kind weiß, wie es sich anfühlt, einmal schwach und krank zu sein und dann sehr viel Rücksichtnahme zu genießen. Lieblingsgericht bestellen – das geht nicht immer.
Wir bleiben nach der Aufführung noch etwas länger im Zuschauerraum und da kommen die Schauspieler zu den Kindern herunter. Gleichzeitig wird das Bühnenbild abgebaut und man sieht, dass das gemütliche Sofa aus dem Wohnzimmer gar kein echtes ist - alles nur aufgemalt!
Sofa– das ist das Stichwort für gleich zwei größere Aktionen der Kinder.
Die Spürnasen errichten am Märchenplatz ein kleines Wald-Sofa. Nachdem unsere ehemalige Sitzgelegenheit am Laubplatz nur mehr zu erahnen ist, machen sich hier alle ans Werk: Wir tragen totes Holz zusammen, wir sägen, wir setzen Pflöcke zur Begrenzung. Eine „runde Sache“ soll entstehen, nämlich ein Waldsofa aus Baumstämmen, Ästen und kleinen Zweigen im Kreis. Über einen richtigen Eingang gelangt man in die „Sitz-Landschaft“. Denn wer würde schon einfach über unsere neuen „Polster“ so unachtsam steigen?
Ein Ausflug zur Polsterei ist jetzt naheliegend.
Axel von Rombs führt uns mit viel Geduld durch seine Werkstatt. Wir sehen ein Sofa – ganz aus Holz. Das Sitzen auf Holz ist ziemlich hart. Deshalb legen wir mal Stoff drauf, das ist aber immer noch hart - nur schöner. Ein Polster muss her, Schaumgummi ist weich.
Es geht aber auch noch komplizierter. Manchmal gibt es dazu Spiralfedern aus Metall (zur Erinnerung oder als Spielzeug dürfen sich die Waldmäuse eine solche mitnehmen).
Federn, Hühnerfedern, Spiralfedern… was man in der Werkstatt alles finden kann!
Die Tacker-Pistole ist ziemlich laut. Wer möchte, darf jetzt auch helfen, Klammern mit Luftdruck durch Stoff und Holz zu schießen.
Die Waldmäuse werden sehr gelobt, weil sie so ausdauernd zuschauen und viele Dinge entdecken und wichtige Fragen stellen. Sich in der Reihe anstellen ist für uns eine Selbstverständlichkeit.
Wir beobachten, wie gleich 4 Fäden in eine Nähmaschine laufen.
„Füllstoff“ sammeln macht uns Spaß, die Kinder stopfen sich die Watte in ihre Hosentaschen oder unters T-Shirt.
Extra für uns werden noch kleine Polsterkissen hergestellt. (Wir werden schon eine Verwendung dafür finden!)
Im Verkaufsraum bewundern wir ein paar wunderschön bezogene Sitzmöbel und können uns gut vorstellen, auch mal ein Kanapee in den Bauwagen zu stellen.
Zu guter letzt werden wir auch noch reich beschenkt:
Jeder darf sich nach seinem Farb-Geschmack eine breite Stoffrolle aussuchen und mit nach Hause nehmen! Diese Ladung wäre für Bollerwagen aber doch zu schwer, doch auf die Lieferung müssen wir nicht lange warten.
Zwei Schaumgummimatratzen wollen die Kinder auch mitnehmen - da denken wir uns noch etwas aus.
In den Monaten Juni und Juli begeben sich die Waldmäuse dann noch mehrmals auf Exkursion…..
Es lockt uns das hochsommerliche Wetter an den Hachinger Bach. Dort erleben wir das Element Wasser in einer ganz anderen Form. Weder so, wie es am Hirschbrunnen aus dem Rohr plätschert,
noch so, wie das Wasser im Regen-Sammelbecken „steht“,
auch nicht so, wie wir es aus unterschiedlichen Pfützen kennen; das Spiel mit Wasser am Biotop ist auch nicht gleich. Jeder macht hier seine eigenen und vielfältigen Erfahrungen: Spielzeuge oder Becherlupen würde die Strömung forttragen. Das Wasser fließt, es umspült unsere „Barfuß-Beine“, die Hosen werden nass und so manches T-Shirt wird auch ganz schwer.
Der nächste Ausflug führt uns ins Kinder- und Jugendmuseum. Die erstklassige Sonder-Ausstellung beschäftigt sich mit Seifenblasen und bietet Kindern und Erwachsenen ein weit ausgedehntes Erlebnisfeld.
Durch Darbietungen und eigene Experimente werden die Besucher geradezu in Seifenlauge tauchen oder sich in eine Seifenblase stellen.
Wir werden regelrechte Meister in der Seifenblasen-Herstellung:
Die Kinder ziehen ganz große Riesen-Seifenblasen und manchmal entstehen die ganz, ganz kleinen… oder die Seifenblase in der Seifenblase, die schon wieder in der Seifenblase stecken
Natürlich beschäftigen uns diese Erscheinungen auch noch eine Weile im Kindergarten und wir stellen eine Reihe von Versuchen an. Wir richten dazu extra ein „Schaumlabor“ ein. (Wenn im Experimentiereifer einmal etwas überläuft, ist`s im Freien ja kein Problem.) Ein Buch zeigt uns, dass es sogar große Zelt-Dächer gibt, die Seifenblasen zum Vorbild haben (Olympiastadion).
Auch in der Natur beobachten wir dieser Tage Schaum. Die Nester der Schaumzikaden an den Wegrändern stellen uns vor weitere Fragen, die uns das Lexikon beantworten kann.
Beim Besuch in der Glaserei in der Isartalstraße erfahren wir, wie Glastüren und Fenster hergestellt werden.
Trinkgläser oder Glaskugeln werden hier in dieser Werkstatt nicht gefertigt. (Dies macht dann ein Glasbläser). Wir staunen über sehr viele bunte Glasscheiben. In einem anderen Raum der Werkstatt gibt es eine sehr laute „Sand-Maschine“. Durch ein Fenster kann man zusehen, wie kleine Sandkörner die glatte Oberfläche des Glases matt und „blind“ machen. als Abschiedsgeschenk bekommt jedes Kind einen kleinen Spiegel mit seinem Anfangsbuchstaben versprochen – und auch geliefert.
Die Vorbereitung des Sommerfestes „Volltreffer in Afrika“ umfasst eine Menge an unterschiedlichen Aktionen…
Fußball in Afrika und die Waldmäuse mitten drin. Was ist eigentlich „Fußball“? Wir sehen uns einen Fußball mal ganz genau an und entdecken zusammengenähte 5- und 6ecke. Aus zugeschnittenen Lederresten setzten wir Waldmäuse einzelne Lederteile passend aneinander. Die Waldmäuse üben sich schon in Geometrie!
Was braucht man für so ein Fußballspiel? Da gibt es weiße Linien, zwei Tore und Regeln, und wenn der Schiedsrichter pfeift, schon mal rote und gelbe Karten – und viele Spieler. Die Spieler kommen aus unterschiedlichen Ländern der Erde und wir lernen einige Flaggen kennen.
Steine werden mit Fußball-Muster (schwarz-weiße Vielecke) bemalt und sollen am Fest zur Dekoration auf die Tische gelegt werden. Zsolt singt mit uns Afrika-Lieder und den Fußball-Hit über unsere Elf: „WIR“.
Wir flechten bunte Papierstreifen in die Speichen von Rädern – für ein beliebtes afrikanisches Spiel, Reifen treiben.
Wir basteln Girlanden und üben uns im Malen, Schneiden und Kleben. Aus T-Shirts werden jetzt Trikots, damit das Fußballspiel und Training nicht zu kurz kommt.
Das „WM-Sommerfest“ rund um den Fußball bildet den Höhepunkt aller vorbereitenden Aktionen. Alles wird zusammengetragen, viele Besucher kommen.
Die Kinder erinnern sich gerne an diesen Tag mit allen Spielstationen, der musikalischen Gestaltung und dem leckeren Buffet mit einer Vielzahl an afrikanischen Leckereien.
Die Gartenarbeit in der Herberge trägt ihre Früchte. Zum großen Glück kümmert sich „Gärtner Josef“ aus der Herberge noch zusätzlich um unsere Beete. So manches Mittagessen wird durch den eigenen Salat verfeinert. Wir ernten schon die ersten kleinen Tomaten und bereichern damit die Gemeinschaftsbrotzeit. Auf die Kürbisse müssen wir noch warten.
Eine fast unglaubliche Geschichte – Martina erzählt von einem Besuch beim Zauberer Zipfel-Zapfel – macht uns sehr neugierig. Wir singen das bekannte Lied „Hokus-Pokus-Fidibus“, in dem sich der Zauberer einen Hexenschuss zuzieht, doch die Frau Zauberin kriegt das wieder hin.
Wir bitten so lange, dass wir sogar Frau Zara Zipfel-Zapfel bei uns im Kindergarten begrüßen dürfen.
Sie ist ganz schwarz gekleidet, hat lange Bonbon-Ketten um den Hals und trägt einen Hexenhut, den sie mit frischen Rosen schmückt.
Sie erzählt, was sie zaubern darf und was nicht. Leuten das Geld aus der Tasche zu zaubern, das sei ihr verboten. Aber sie führt es uns vor.
Leider müssen die Erzieher feststellen, dass ihre Puste leider keine Zauberkraft mehr besitzt. Die Kinderpuste kann Knoten lösen
Die Kinder zaubern viele Bonbons. wir alle sehen genauestens zu, doch das Zauber-Kunststück wird uns nicht gelingen. Uns fehlt nämlich eine wichtige Zutat: „Drachenglibber“.
Es ist wirklich erstaunlich, wie gerne die Kinder dieser phantastischen Geschichte folgen. Es geht hier nicht darum, Kindern etwas vorzumachen und keine Fragen zuzulassen.
Die Kinder leben den Zauber und die Magie mit Freude und jedem, dem sich eine Frage aufwirft ist es selbst überlassen, das zu glauben was er gesehen hat oder nicht.
An den letzten Kindergartentagen beschäftigen wir uns mehrmals mit dem Thema Irrgarten und Labyrinth. Wir legen einmal einen Irrweg aus unserer „viele Meter langen Leine“ und versuchen mit den Augen den Weg zu verfolgen. Wir lernen, dass man sich in einem Irrgarten verirren kann, ein Labyrinth allerdings führt uns an das Ziel.
In einer Bilderbuchgeschichte lernen wir den Jungen Ernst kennen – der sogenannte „Ernst des Lebens“?
Die Spürnasenübernachtung steht ganz unter dem Zeichen des Regens. Am Sonnenplatz heißt es „Land unter“. Wir lassen uns den Spaß aber nicht verderben und genießen, den Platz für uns allein zu haben. Das Aufbauen „unseres“ Kuppel-Familien-Zeltes geht zügig, damit wir das Gepäck ins Trockene bringen. Die Eltern verwöhnen uns mit vielen Köstlichkeiten, wir staunen, wie reichhaltig ein Abendessen auf dem Waldboden sein kann! Die Plane schützt vor der Nässe von oben.
Es regnet und regnet. Trotzdem starten wir unsere Nachtwanderung bei Dunkelheit. Wir umkreisen den Sonnenplatz weitläufig und kommen von hinten wieder in Richtung Märchenplatz. Die Waldmäuse nähern sich dem zauberhaft beleuchteten Ort nur langsam. Martina erwartet uns mit einem Lichter-Labyrinth. Die Wege ins Innere sind mit kleinen Papiertütchen und Teelichtern erhellt. Mit großer Achtung gehen wir zusammen bis zur Mitte und wieder nach außen. Wir steigen nirgendwo einfach darüber. Wer mag, darf den Spiralweg auch alleine zurücklegen. Dabei vergessen wir fast, dass es ja regnet.
Auch die ganze Nacht hindurch regnet es. Doch wir frühstücken im Trockenen. Die Kaba- und Kaffee-Lieferung frei Haus (frei Zelt) warten wir noch ab…
Auf dem Nachhauseweg durch den Regen nehmen uns die Eltern bereits unter der schützenden Autobahnbrücke in Empfang. Regennass singen die Spürnasen ihr Lied „Alle Kinder lernen lesen“.
Wir verabschieden uns und freuen uns, dass die Spürnasen dieses Jahres uns in den Herbstferien besuchen können - wenn sie das wollen!
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